Zeitungsartikel in der FLZ Nr. 299 am Donnerstag, 27.12.2001

Bund Naturschutz will Netzwerk von Nistplätzen schaffen

48 junge Schleiereulen

Mitglieder erfassen den Bestand in der Hesselberg-Region

WITTELSHOFEN (mw) - 48 junge Schleiereulen sind in diesem Jahr in den Nistplätzen, die der Bund Natruschutz um den Hesselberg kontrolliert, herangewachsen. Für den Schutz der Tiere hat sich in den vergangenen drei Jahren im Rahmen eines Projekts unter anderem eine Gruppe von Jungendlichen und Erwachsenen aus Wittelshofen eingesetzt.

Als vorrangiges Zeil haben es sich die Naturschützer vorgenommen, rund um den Hesselberg die Wohnraumsituation der Tiere zu verbessern. "Wir wollen versuche, dass ein Netzwerk von Nistplätzen entsteht", erläuterte Dr. Gerhard Weidringer, Mitglied in der Ortsgruppe Dinkelsbühl des Bundes Naturschutz. Bislang haben die Helfer bei dieser Aktion zum Artenschutzprogramm im Sinne der Agenda 21 insgesamt 44 Nistplätze in Scheunen und anderen Gebäuden eingerichtet.
Über 40 junge Eulen sind dort in diesem Jahr geschlüpft und aufgewachsen. "Das ist sehr erfreulich", wertete der Experte die Anzahl von Nachkommen. In Illenschwang (Gemeinde Wittelshofen) brütete ein Eulenpaar acht Eier aus. In einem anderen Nistkasten gab es zwei Bruten mit jeweils vier Jungvögeln.
"Das ist das erste Jahr, in dem wir eine Bilanz ziehen konnten. Zuvor war die Datenlage einfach zu dünn", sagte Weidringer. Daher sei es auch nicht möglich, Angaben darüber zu machen, um wie viele Tiere sich der Bestand an Schleiereulen in der Hesselberg-Region erhöht hat. Um genaue Aussagen machen zu können, müssten die Zählungen noch einige Jahre fortgeführt werden.
Die Erfassung des Bestandes wird den Naturschützern laut Weidringer erleichtert, wenn ein Vorkommen von Schleiereulen oder bereits existierende Nistplätze gemeldet werden (Telefon 0 98 53 - 42 87). Mitgeteilt werden sollte auch der Fund von toten Tieren. "Entweder werden sie präpariert oder ihre typischen Federn für Unterrichtszwecke aufbereitet", erläuterte der Sprecher der Gruppe "Schleiereulen", dich auch im Internet vertreten ist.
"Die Schleiereule ist ein guter Mäusejäger und gehört vor allem zu unserer Kulturlandschaft", betont Weidringer. In den vergangenen Jahren habe jedoch die Lebensqualität für die Greifvögel abgenommen. Dies liege daran, dass viele Scheunen und andere Schlupfwinkel dicht gemacht wurden. Die Gebäude dienen den Eulen nicht nur als Wohnung, sondern auch als Jagdrevier.
Gerade im Winter bei geschlossener Schneedecke seien die Tier auf Mäuse in den Scheunen angewiesen. "Ohne Nahrung kann eine Schleiereule nur acht Tage überleben." Gerade Landwirte seien daher aufgerufen, ihre Gebäude in dieser Jahreszeit einen Spalt weit offen stehen zu lassen oder andere Einflugmöglichkeiten sicher zu stellen.

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